Thema des Monats

Was ist Yoga eigentlich?

  Yoga ist

die Kunst

den Bogen des Leibes

in Liebe zu spannen,

damit der Pfeil der Erkenntnis

das Dunkel des Universums 

durchdringt

Upanishaden

 

Viele verbinden heute mit  dem Begriff  Yoga das Bild von schlanken, sehr beweglichen, hübschen und glücklichen Menschen in anmutigen, manchmal sogar akrobatischen Haltungen. So wird Yoga immer mehr mit den Begriffen Fitness, Gesundheit oder Entspannung gekoppelt und auch mittlerweile massiv in der Werbung dafür benutzt.

Yoga ist aber noch so vieles mehr und meint im Ursprung eigentlich etwas anders…

Das Wort Yoga stammt von der Sanskrit- Wurzel yui= „binden, vereinen, anjochen“ ,  „Anschirren eines Zugtieres an einen Wagen“ (Der Wagen steht für den menschlichen Körper. Das Zugtier steht für Geist und Seele, die gezähmt werden müssen, damit sie den Wagen, also den Körper, ziehen können. Nur wenn alle drei eine Einheit bilden, ist der Körper gesund) ab und lässt sich mit „Vereinigung“ übersetzen. Im Laufe der Zeit wurde Yoga als „Vereinigung mit dem ersehnten, höheren Wissen“ definiert.

Yoga ist eine rund 3000 Jahre alte philosophische Lehre mit Ursprung in Indien, eines der sechs orthodoxen Systeme indischer Philosophie. 

Es wurde von Patanjali in den Yoga-Sutras vor ca. 2000 Jahren zu einem System zusammengefügt. Hier beschreibt er den sogenannten achtgliedrigen Pfad, der bis heute als Basis des „klassischen Yoga“ gilt.

 

„Nach indischem Denken wird alles von dem höchsten universalen Geist durchdrungen (Paramatma). 

Der individuelle menschliche Geist (Jivatma) ist nur ein Teil davon. 

Man spricht von der Lehre des Yoga, weil diese Anweisungen gibt, mit deren Hilfe der 

Jivatma mit dem Paramatma verbunden oder verdient wird und somit die Befreiung (moksha) erlangt“ 

B.K.S. Iyengar- Licht auf Yoga

  

Yoga ist weder Religion noch Sport, sondern ein ganzheitliches Übungssystem zur Erlangung körperlicher und geistiger Gesundheit. 

Das Besondere und Wunderbare an Yoga ist, dass es im Gegensatz zu vielen anderen Lehren, über die theoretische Vermittlung von Weisheit hinaus geht und die praktische Erfahrung der Schüler in den Mittelpunkt stellt. 

Wir können so die vielfältigen positiven Wirkungen von Yoga selbst an Körper und Geist erfahren.  

 

Wenngleich die Techniken und Anschauungen ständiger Veränderung 

unterworfen sind, so ist der Zweck des Yoga doch immer der gleiche gebliebenen, nämlich den Menschen 

von physischen und psychischen Leiden zu befreien. 

Mit anderen Worten: unsere Einstellung zum Leben so zu verändern, 

dass ein freudvolles und intensives Leben möglich wird.

 Anna Trökes

  

Die unterschiedlichen Yoga- Wege 

 

Unter dem großen Yogadach haben sich im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Wege herausgebildet. Sie alle überschneiden sich und sind nicht als völlig voneinander getrennte Wege zu verstehen. Vielmehr wählt früher oder später jeder für sich einen Fokus,  entsprechend den persönlichen Vorlieben. 

Allen Arten jedoch ist ein Ziel gemein:

die Bewegungen des Geistes zur Ruhe kommen zu lassen, sein Selbst zu finden und sich mit dem Göttlichen zu vereinen.

 

Diese Yoga- Wege sind:

 

• Bhakti- Yoga - Yoga der Liebe, durch Hingabe an eine göttliche Kraft

• Karma-Yoga - Yoga der Tat, durch Wirken/ Handeln

• Jnana-Yoga - Yoga des Wissens, der philosophische Weg

• Raja-Yoga - Königlicher Yogaweg, durch Meditation

• Hatha- Yoga - Yoga des Körpers, durch Körperbeherrschung

    Kundalini- Yoga-      Yoga der Energie

 

Im Westen erfreut sich vor allem der Hatha- Yoga der größten Beliebtheit, der Weg über den Körper.

 

„ Der Hatha-Yoga ist außerhalb Indiens sicher der bekannteste Yoga-Weg“ 

BDY

 

Der Hatha- Yoga-Weg ist ca. 800 n.Chr. entstanden. Die meisten Asanas (Haltungen) entstammen diesem Yoga-Weg.

Hatha- Yoga versteht sich als ein Weg des Körpers, der aber (in seinem Ursprung) den Fokus auf die seelischen und spirituellen Wirkungsweisen der Asanas legte, was erfreulicherweise auch bei uns im Westen wieder mehr Raum im Yoga- Unterricht erfährt.

Der Begriff Hatha setzt sich aus den Silben „Ha“ (männl. Energie der Sonne) und „Tha“ (weibliche Energie des Mondes) zusammen. Dies versinnbildlicht zwei sich ergänzende Energieströme im Körper, die es durch Hatha- Yoga zu vereinen gilt.

„Wer Yoga übt, sollte also nie vergessen, wo der Weg hinführen will, den er eingeschlagen hat: nicht nur zu erhöhter Beweglichkeit und Gesundheit des Körpers, sondern in den Kern des Wesens des Übenden, zu seinem Selbst und über dieses Selbst hinaus zum Göttlichen“  

Anna Trökes

 

Hatha- Yoga kann ein Weg sein, den Körper zu stärken, ein besseres Körperbewusstsein zu erlangen, Stress abzubauen, aber auch vor allem in Kontakt mit sich und seinem eigenen inneren Lehrer zu kommen.

Yoga tut gut, macht Spaß und fördert die Gesundheit. Es als gilt eine der besten Stressbewältigungs- Methoden. Stressbedingte Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen verringern sich oder entstehen erst gar nicht. Die Abwehrkräfte werden erhöht und das Immunsystem gestärkt.

Neben besserer Laune und mehr Energie erfährst du bei regelmäßigem Üben geistige Klarheit und erhöhte Konzentration, förderst deine Gelassenheit und innere Ruhe. 

 

Erfahre selbst die vielfältigen positiven Wirkungen von Yoga!

 

 

 

Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden,

es ist nicht genug, zu wollen, man muss es auch tun.

 Johann Wolfgang von Goethe